Ab und an habe ich Angst. Nicht vorm Buhmann oder schlechten Noten, vorm dritten Weltkrieg oder meiner Nachbarin. Eigentlich auch nicht davor dass der Treibstoff der Erde – das Öl – baldigst zu versiegen hat. Eigentlich habe ich Angst davor, dass wenn ich es mir leisten könnte, die meisten automobilen und auch zweirädrigen Schätze von den Straßen und Märkten verschwunden sein werden. Niemals werde ich mal eine Ducati Königswelle einfach fahren und kaufen können, genauso wenig wie einen gut erhaltenen BMW 650 Csi. Denn wenn die finanziellen Mittel vielleicht mal da sind, werden die Teile schon im Museum stehen oder ein Semmel hat sie gegen eine Wand gefahren. Davor habe ich Angst, manchmal schlafe ich schlecht.
So ein bisschen Heimat muss sein. Wer das erste Mal in eine komplett fremde Stadt ohne Freunde und weit weg von zu hause gezogen ist, weiß das. Heimat nimmt man sich dann mit, sei es durch seine Sprache, sein Aussehen, geklaute haltbare Lebensmittel aus den Schränken der Eltern ;) oder auch Inventar, das man sich ja auch erst mal leihen kann (=niemals selbst kaufen würde).
Man kann aber auch sein Kennzeichen am Auto oder Motorrad mitnehmen, insofern man sich nicht mit seinem Hauptwohnsitz neu meldet. Ich bin so ein kindischer Kandidat. Mein Kennzeichen am Motorrad war ein Wunschkennzeichen und ich finde es einfach cool. Allerdings trägt es die Kürzel für den Kreis Heidelberg, und nun sollte eigentlich eher ein dickes “B” dort prangen. Seit 3 Jahren eigentlich schon. Deswegen habe ich hier keinen Hauptwohnsitz gemeldet, deswegen konnte ich hier keinen Reisepass beantragen, sondern bin – wie es die Dame im Bürgerbüro so freundlich ausgedrückt hat – “ja och keen echter Neuköllner wissense?”.
Eigentlich mochte ich Kleinwagen nie so richtig. Sie sind klein, sehen blöd aus und haben keine Leistung. Den einzigen Vorteil den sie bringen ist, dass man sie – eine gewisse Bodenständigkeit vorausgesetzt – als Zweitwagen anschaffen kann und dem Klischee folgend selbst ein cooles Auto fährt während Birgitt mit dem Peugeot 106 die Kinder abholt und – man ist der praktisch in der Stadt – einkaufen geht. Oder so?!
Alternative Antriebe beim Individualverkehr sind nicht erst seit der Wirtschaftskrise in aller Munde. Seit der Wirtschaftskrise? Naja, eigentlich wäre so eine Krise ja eine prima Gelegenheit um mit alten Gewohnheiten zu brechen und sich neu auszurichten, egal ob es nun um das Moped auf Pump geht oder Immobilien im Ausland oder eben die Motorkonzepte, die in ihren Grundfesten schon seit über 100 Jahren die Welt mobil halten. Hier sind Otto und Dieselmotoren zwar in den letzten Jahrzehnten erheblich weiterentwickelt worden, trotzdem ist es sicherlich langsam ratsam auch andere Ressourcen als Öl für unsere Kraftstoffe in Betracht zu ziehen.