50 Jahre Skoda Octavia
Ich dachte ich lese nicht richtig. Habe ich eine Augenkrankheit, hat sich da ein Redakteur vertan oder kann es tatsächlich sein? Aber wieso sollten sie sonst so ein Fest aus einer Modellvorstellung machen? Nun gut, weiter gelesen. Und tatsächlich: Es gibt den Skoda Octavia (mit einigen Unterbrechungen) schon seit 50 Jahren. Da können andere Autohersteller nur neidisch bis desillusioniert schauen, und das bei einem Ost-Produkt. So empfanden viele Leute die Marke Skoda (die übrigens 1985 gegründet wurde und damit einer der ältesten Hersteller der Welt ist): Als günstiges robustes Vehikel mit VW-Technik dass aber emotional gesehen soviel Leidenschaft weckt wie ein Werbegeschenk-Kalender mit Tierbildern drauf. Na gut, die können auch kunstvoll sein, also weiter.
Mittlerweile hat sich Skoda zu einem ernst zu nehmenden Autohersteller gemausert, der nun auch (natürlich nicht ohne Stolz) an seine Historie erinnert. Besonders wenn eine Modellreihe schon so lange produziert wird wie der Octavia. Für mich trat das eckige Gefährt erst vor einigen Jahren ins Bewusstsein, als ich mich plötzlich mit der Realität konfrontiert sah die unerbittlich daran erinnert, dass ein hoher Gegenwert auch dementsprechend bezahlt werden will. Kurzum: Wo zum T bekommt man viel Auto für wenig Geld? Hier kam schon immer Skoda zur Sprache.
Ihren (Wieder-)Aufstieg erlebte die Marke mit der Eingliederung in den VW-Konzern und damit der Nutzung einiger Baukasteninhalte. Es entstand der Skoda Octavia I im Jahre 1996, der 1998 den Kombi hervorbrachte und ein Verkaufsschlager wurde. Eben diesen Octavia I kann man heute noch unter dem Namen „Tour“ so gesehen als Billigvariante kaufen, was ich für eine sehr gute Idee halte solange der Preis stimmt. Ein Tour-Modell bekommt man ab 13.490€, also eine gute Idee.
Seit 2004 gibt es den Octavia II. Zahlreiche Änderungen innen und außen lassen sofort Unterschiede zum Vorgänger erkennen, der Wagen bekommt ein rundlicheres Äußeres und die Innereien aus dem Baukasten Audi A3, Seat Leon und VW Golf – Auch die Motorenpalette wird übernommen. Die RS-Variante mit 200PS-Benziner gibt es seit 2005, die Diesel Sportvariante gab es ab 2006. Summa Summarum ein solides robustes Auto, und mittlerweile sogar mit Charme. Dass es auch mit Chick geht, zeigt das 2009er Facelift: Mit einer edleren Linie, Direkteinspritzer, mehr Sicherheitsfeatures und einem Siebenstufen-DSG-Getriebe. Nicht zu vergessen der 2007 vorgestellte Scout, der 4×4-Variante mit permanentem Allradantrieb und erhöhter Bodenfreiheit.
Auf die 50 Jahre und einer huldvollen Verlängerung,
Euer K
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