Alternative Auto-Antriebe
Die Preise für Benzin und Diesel sind ja erfreulicherweise (naja, alles ist relativ) wieder gesunken, trotzdem bleiben für mich alternative Antriebe für Autos immer noch Thema Nr. 1. Denn ganz egal ob man es nun optimistisch, realistisch, pessimistisch oder Boulevard-informiert sieht, in einem sind wir uns sicher alle einig: Dass früher oder später Erdöl entweder unerschwinglich oder gar nicht mehr verfügbar sein wird. Dabei sollte man nicht vergessen, dass nicht nur Autos oder LKW, sondern eigentlich viel mehr die Industrie mit tausenden Produkten vom schwarzen Gold abhängig ist. Um also trotzdem mobil zu bleiben, wird es höchste Zeit, sich um alternative Antriebe (nicht nur beim Auto) zu bemühen. Dies geschieht seit den frühen Achtzigern, wenn auch in Form von zaghaften Versuchen – Den ersten Durchbruch schafft seit einigen Jahren das Autogas LPG, da es günstig zu erstehen ist und in Deutschland großflächig verfügbar. Komischerweise ist es die Motorradindustrie, die beim Elektroantrieb die ersten großen Schritte macht (mal abgesehen von einfachen elektrischen Antrieben wie bei Gabelstaplern etc): Während Die Autohersteller mit einem Mini E oder einem (zugegeben sehr attraktiven) Tesla Roadster experimentieren, stehen bei den Kradlern mit der Quantya (Cross/Enduro/Supermoto), dem Vectrix und einigen anderen Elektrorollern schon serienreife Maschinen zur Verfügung. Doch auch hier gibt es Probleme mit der Akkukapazität und dem Wirkungsgrad (wenn man die Stromerzeugung mit einbezieht). Ich möchte hier die populärsten alternativen Antriebe in Kurzform zusammenfassen, auf dass die Forscher neue Wege finden, uns zu befördern ;)
Autogas LPG
Der meist bivalente Antrieb (Benzin- und Gasbetrieb) ist seit den 80er Jahren besonders in Italien, den Niederlande und einigen Metropolen (alle Taxen in Bangkok und Istanbul) verbreitet, in Deutschland seit einigen Jahren wegen dem niedrigen Preis im Kommen. Vorteile gegenüber Autos mit Benzinmotor: Höherer Brennwert, bessere Verbrennung (auch im ökologischen Sinne) und niedriger Preis. Nachteile: Geringere Dichte, Mehrverbrauch (5-20%), Umbaukosten. LPG besteht hauptsächlich aus Propan und Butan und kostet in Deutschland im Durchschnitt 70Cent/Liter.
Erdgas CNG
Erdgas besteht aus bis zu 99% Methan, ein Treibhausgas. Auch hier gibt es eine sauberere Verbrennung als beim Otto- oder Dieselmotor, der Brennwert ist höher, der Verbrauch ebenso, dafür die Kosten geringer (meistens noch ein paar Cent günstiger als LPG). Nachteile sind beim CNG die Lagerung, der teure Umbau am Auto (falls man nachrüstet) und die geringe Tankstellendichte. CNG ist weniger häufig verbreitet als LPG.
Hybridantrieb
Hybridpioniere im Automobilbau sind auf jeden Fall Toyota mit dem Prius, außerdem Lexus und Honda. Heute hat fast jeder Autohersteller ein oder mehrere Hybridvarianten im Angebot, also Autos, die einen Ottomotor gepaart mit einem E-Motor besitzen. Hier gibt es Mikro-, Mild- und Vollhybridautos, die sich im Leistungsanteil des E-Motors unterscheiden. Vorteile sind der geringere Kraftstoffverbrauch (besonders beim Anfahren), der bessere Wirkungsgrad des Antriebs und die daraus resultierende Umweltverträglichkeit. Nachteile sind die hohen Mehrkosten (besonders die Elektronik und Steuerung am Auto) und die fortwährende Bindung an einen Ottomotor im Auto.
Elektroantrieb
Der Elektroantrieb ist komplett ohne Generator und Ottomotor fahrbar, und bezieht seine Energie aus dem Haushaltsnetz. Es sind hohe Leistungen schon heute möglich, wie es der supersportliche Tesla Roadster zeigt, auch Porsche und Mini versuchen sich an Prototypen. Wer Interesse hat, kann sich auch mal bei Quantya umschauen, dort geht es allerdings nicht um Autos… Vorteile des Elektroantriebes: Hoher Wirkungsgrad (wenn man die Energiegewinnung nicht berücksichtigt), sehr hohe Drehmomente ab Anfahrt, emissionsfreie und lautlose Fortbewegung. Nachteile sind nur die Akkukapazitäten der Elektroautos, die sich aber rasend schnell entwickelt, außerdem die Bilanz der Gewinnung des Stroms.
Brennstoffzelle
Mit Wasserstoff und Sauerstoff Energie erzeugen, die man dann in einem Elektromotor fürs Auto nutzen kann, das ist die Grundidee der Brennstoffzelle als Wandler von Energie. Eigentlich der perfekte Antrieb, mit einer ausgeglichenen Ökobilanz und hervorragendem Wirkungsgrad. Wenn da nicht wieder das Problem der Beschaffung der Grundmittel wäre, wie beim reinen E-Motor auch. Wasserstoff kommt in der Natur fast nur im gebundenen Zustand vor, muss also gewonnen werden, was sehr aufwendig sein kann. Update 09: Forscher des M.I.T. haben einen Katalysator gefunden, mit dem die Leistungen der Brennstoffzelle erheblich gesteigert werden können und die Verwendung in modernen Serienautos wahrscheinlicher wird, abgesehen vom Problem der Wasserstoffgewinnung und Speicherung. Seit Mitte 2008 wird der Honda FCX Clarity als Serienauto in Kalifornien ausgeliefert, mit 100kW E-Motor und Brennstoffzelle.
Der moderne Verbrennungsmotor
… ist gar nicht mehr so übel, wie es ihm nachgesagt wird. Im Zuge der Klimadiskussion fingen die Autohersteller an, immer sparsamere, leichtere und wirkungsvollere Motoren für unsere Autos zu entwickeln, gepaart mit dem modernen Downsizing hat sich ein Teil der Autoindustrie scheinbar gewandelt – Vom Leistungszirkus (70er bis 90er Jahre) hin zum Sparmotor. Beste Beispiele: Der 3-Liter-Lupo, der leider den Nerv der Zeit noch nicht traf. Der neue, sportliche BMW 318i, 318d oder 320i/d, ebenso Mercedes` 2-Liter-Diesel schaffen Leistungen bis zu 170 PS bei Verbräuchen um die 5 Liter und zeigen, dass Sparsamkeit nicht Enthaltsamkeit sein muss. Vor 10 Jahren noch unvorstellbar. Auch der CO2-Ausstoß mit minimal 99g/km (VW Polo Blue Motion 1.4tdi) ist auf einem Minimalstand der Ingenieurskunst, wobei hier vielleicht bei den Autos der Zukunft noch mehr geht.
Nichts desto trotz werden wir uns irgendwann vom guten alten Otto- und Dieselmotor bei unseren Autos verabschieden müssen, deswegen immer die Alternativen im Auge behalten ;)
Euer K
Tags: Antriebe, Auto, Benzin, Brennstoffzelle, CNG, Elektroantrieb, Hybrid, LPG
März 1st, 2009 at 12:47
elektroautos bzw. hybridantrieb scheint ja im trend zu liegen. aber ich hab mich auch schon gefragt, wie das mit der allgmeinen notwendigkeit zum strom-/energiesparen zusammenpaßt
März 21st, 2009 at 17:33
Da hast du auf jeden Fall Recht mit den reinen Elektroautos – diesen Aspekt vergisst man gerne mal wenn man über Innovationen spricht. Woher kommt eigentlich der Strom? Wenn man das komplette System (also Auto, Übertragung und Kraftwerk) sieht, schaut die Energie- und Emissionsbilanz schon wieder gar nicht so gut aus. Für die Zukunft muss man da noch andere Wege finden, z.B. leistungsfähigere Solarpanel etc – Aber ein richtiger Schritt ist es trotzdem denke ich :)! Gruß, K