Billigautos unter 10.000€

Die Autobranche sieht sich gerade mit vielen Problemen konfrontiert – Umsatzeinbrüche bis zu 45%, ein nie so groß gewesenes Angebot an Autos, eine allgemein geringe Nachfrage, ein hoher Anspruch seitens der Umweltpolitik und nörgelnde/feilschende Kunden.
Und doch geben sich die Autobauer nicht so schnell geschlagen. Neue Modelle, die immer weniger verbrauchen, Downsizing als State of the Art, irrwitzig geringe Verbräuche (mein Motorrad verbraucht mehr, als ein neuer 3er BMW, oh nein!) bei tollen Designs und größter Passagiersicherheit. Ein Loblied? Mitnichten, doch der technische Fortschritt ist schon weiter als der Anspruch der Kunden, nur die Kauflust scheint zu fehlen. Noch. Denn vielleicht bringt diese Absatzkrise vor allem eines: Die Aussortierung unnötiger Marken und Modelle, so fies das auch klingen mag. Und die Eröffnung/Ausweitung neuer Märkte, wie zum Beispiel das der Billigautos. Ich nenne sie einfach Billigautos, weil es sich gut (oder reißerisch?) anhört, aber ob sie auch billig sind, wollte ich wissen. Und habe mich ein wenig informiert. Die wichtigsten Exemplare (es gibt schon echt viele, hat mich sehr gewundert), die ich gefunden habe, möchte ich hier vorstellen (Preise ohne Sonderaktionen, z.B. den Umweltprämien und Verschrottungsprämie):
 
Chevrolet Matiz – ab 8890 €

Der kleine Chevrolet wurde oft wegen seinem Fahrwerk kritisiert, die neue Generation soll da besser stehen. Verarbeitung maximal auf Klassenniveau, aber bei der Ausstattung und Platzverhältnisse ganz vorn dabei. Ein nützlicher Ami!  
http://www.chevrolet.de/matiz/matiz-index.html

Citroen C1 – ab 9090 €

Der Partnerverbund Citroen-Toyota-Peugeot hat auf der selben Basis drei verschiedene Kleinwagen herausgebracht, den Peugeot 107, den Toyota Aygo und hier den Citroen C1. Den Dreitürer mit 50KW gibt es schon ab 9390€, Citroen glänzt beim C1 mit 4 von 5 Sternen beim Crashtest, 4 Airbags, allerdings keinem Radio. Für 1000€ mehr gibt es das Ausstattungspaket „Style“, dass auch ein Radio, Servolenkung und mehr beinhaltet. Ein kleiner Styler!
http://www.citroen.de/CWG/Neuwagen/PKW/C1/CITROEN_C1/
http://www.toyota.de/cars/new_cars/aygo/index.aspx
http://www.peugeot.de/ihr_peugeot/modelrange/modell.php?ppdb_alias=107_limousine

Dacia Logan ab 7300 € / Kombi ab 8500 €

Der Dacia Logan und Kombi waren lange Zeit Gesprächsthema Nummer 1 in der Presse. Wieso? Weil das die ersten ernstzunehmenden Autos waren (davor gab es hier nur Lada), die es als Limousine und Kombi unter 10.000€ gab. Immer noch sehr interessant, besonders der Kombi als Nutzfahrzeug. Guter Renault, besserer Tscheche!
http://www.dacia.de/dacia_logan.php

Daihatsu Cuore – ab 9190 €

Den neuen Cuore gibt es mit 70PS ab 9190€. Das Basismodell hat schon 5 Airbags, Sicherheitsfahrgastzelle und einige Austattungsmerkmale, von denen die Konkurrenz träumt. Außerdem eine lange Historie. Praktisch, günstig, gut!
http://www.daihatsu.de/cuore,1256.html

Fiat Panda – ab 9690 €

Auch der Fiat Panda kann auf eine lange Historie zurückblicken, schon seit 1980 wird der knuffige Kleinwagen/Minivan gebaut. Mittlerweile recht erwachsen geworden, gibt es nun auch reichhaltige Ausstattung und moderne Fiat-Technik zum Einsteigerpreis. Alter Italiener!
http://www.fiat.de/cgi-bin/pbrand.dll/FIAT_GERMANY/showroom/showroomModel.jsp?modelKey=169

Hyundai i10 – ab 9990 €

Er kratzt gerade so an der magischen 10.000-Grenze, bringt aber auch genügend Gegenwert mit. Sicherheitskarosse, 2 Airbags (Seitenairbags optional), 6 Lautsprechern nebst MP3-Radio und AUX-Anschluss können bei gutem Design wahrlich nicht alle Hersteller aufzählen. Smarter Koreaner!
http://www.hyundai.de/pages/modelle/i10/

Mitsubishi Colt – ab 9990 €

Der Colt, besonders die Front, gefällt mir persönlich sehr gut. Auch bei der Verarbeitung und Ausstattung gibt sich Mitsubishi keinen sehr großen Sparzwängen hin. Echter 1960er!
http://www.mitsubishi-motors.de/modelle/colt

Opel Agila – ab 9990 €

Ab 9990€ gibt es bei Opel Seiten- und Frontairbags serienmäßig, MP3-Player und viele weitere Ausstattungsmerkmale. Die Liste ist lang, die der aufpreispflichtigen Optionen kurz, gut so. Hoher Wirkungsgrad!
http://www.opel.de/shop/cars/agila/index.act

Renault Clio Campus – ab 9550 €

Mit dem Clio Campus hat sich Renault einen Konkurrenten aus eigenem Hause erschaffen, der dem neuen Twingo wohl einiges an Potential rauben wird. Zwar basiert der Clio Campus auf dem alten Clio-Modell, hat aber eine bessere Ausstattung und einen marginal geringeren Preis. Die gewünschte Zielgruppe ergibt sich wohl aus dem Namen ;) Campus-Rocker!
http://www.renault.de/renault-modellpalette/renault-pkw/clio-campus/

Smart Fortwo – ab 9650 €

Der Smart darf nicht fehlen, Kinderkrankheiten sind schon lange behoben. In Großstädten, aber auch Überland findet der Smart Anhänger – das liegt nicht nur am Kultfaktor, sondern auch an den 15PS mehr und den zahlreichen Verbesserungen bezüglich des Vorgängers. Smart!
http://www.smart.de

VW Fox – ab 9475 €

Der Fox für schlaue Sparfüchse. Meiner Meinung nach das ausgereifteste Auto unter den genannten, egal ob es um Serienausstattung, Verarbeitung oder Sicherheit geht. Der Grund dafür wohl das firmeneigene Knowhow, wenn es um pfiffige Kleinwagen geht. Füchse!
http://www.volkswagen.de/vwcms/master_public/virtualmaster/de3/modelle/fox.html

 

Interessante Auswahl, finde ich. Einige Modelle habe ich noch nie gesehen, andere kannte ich schon seit Kindertagen, der Markt um die „Billigautos“ entwickelt sich rasend schnell. Ah, da fällt mir der Anfang ein. Wie billig sind denn nun die Karossen? Um dem Jargon zu entfliehen, und zwar weitestgehend berechtigt (außer ein paar Wackelkandidaten), nenne ich diese Autos ab jetzt nur noch „preiswert“. Denn der Preis ist und bleibt heiß, jetzt steigt nur noch die Qualität.
Euer K

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