Bußgelder im Ausland
Seit diesem Jahr wurden die Bußgelder in Deutschland nochmals verschärft, was ich eigentlich auch begrüße. Niemand sollte sich im Straßenverkehr wie ein Rowdie verhalten und damit sein eigenes und das Leben anderer aufs Spiel setzen. Aber wenn Strafen drakonisch werden und besonders Touristen abgezockt werden sollen, muss man vorsichtig sein. In einigen Ländern der EU geht es nochmals härter zu als in Deutschland (das als sehr soft gilt), und oft ohne große Beweislage oder Anfechtbarkeit. So habe ich mich nur noch mit 250 € Sofortzahlung vor einer Konfiskation meines Motorrades in der Schweiz retten können, nachdem ich auf Anweisung eines Beamten nach 20 Minuten Wartezeit auf einen Schwertransport durch einen Tunnel endlich losgefahren bin. In der Mitte des Tunnels wurde ich plötzlich angehalten, ich hätte Ampeln missachtet und müsse nun mit aufs Revier. Von dem Kollegen am Tunneleingang keine Spur mehr, es hätte sowieso niemand mehr Dienst. So kann es laufen. Was also tun? Nie wieder in die Schweiz? Dumm, dass man für Italien durch den Alpenstaat muss ;) Und auch Snowboarden will ich nicht abschreiben. Also daraus lernen und die Bußgelder der Urlaubsstaaten studieren um kein böses Erwachen zu riskieren – Unwissenheit schützt auch hier vor Strafe nicht. Hier ein paar Richtwerte zu den wichtigsten Regionen.
Belgien
In Belgien kosten Halte- und Parkverstöße ab 50€. Die Promillegrenze beträgt 0.5, 20km/h zuviel werden mit mindestens 100€ belangt. Je nach Straße (innerorts, außerorts etc) und weiteren Tatbeständen kann die Summe schnell wachsen. Übrigens: Ein Handy am Steuer kostet hier schon 100€.
Frankreich
Bei Anzeigen über das Kennzeichen haltet immer der Halter, hier kann sich also kein Deutscher auf die Unwissenheit bezüglich des Fahrers berufen. Wer einen Radarwarngerät im Auto führt, wird drakonisch bestraft: 1500€ werden fällig. Alkohol am Steuer kostet bei der Promillegrenze von ebenfalls 0.5 ab 135€, wobei Geschwindigkeitsdelikte ähnlich wie in Deutschland bestraft werden.
Italien
Obwohl die Italiener selbst – gelinde gesagt – meist die StVO nur aus Träumen kennen, wird hier hart bestraft. Urlauber werden nicht verschont, und bei Nichtzahlung von Kautionen und Strafen wird auch einfach das Fahrzeug konfisziert. Achtung Motorradfahrer: Wer ohne Helm fährt oder eine Hand vom Lenker nimmt, zahlt ab 74€ und kann bis zu 60 Tage laufen. Ansonsten kostet Alkohol am Steuer ab 540€, Handy am Steuer 155€, und wer 20 km/h zu schnell war muss mindestens 70€, ab 39km/h maximal 624€ berappen.
Niederlande
Auch in den Niederlanden ist Parken teuer. 50€ mindestens muss man zahlen. Wer mehr als 30km/h zu schnell unterwegs ist zahlt mindestens 226€, innerorts wird es sehr viel teurer. Alkohol am Steuer (Grenze auch 0.5 Promille) kostet ab 250€.
Österreich
Österreich hat eine besondere Stellung bezüglich Deutschland: Die Strafen sind auch hier durchsetzbar. Das hat bis dato noch kein Land geschafft, und es scheint als würde die Alpenrepublik diesen Umstand auch nutzen. Es gibt keinen Bußgeldkatalog, jedes Bundesland hat eigene Auslegungen der Obergrenzen. So kosten Geschwindigkeitsüberschreitungen von 21€ bis 2180€, je nach Rücksichtslosigkeit.
Schweiz
In der Schweiz wird auf Radarwarngerät geachtet, hier gibt es etwas zu beachten: In der Schweiz sind auch Navigationsgeräte mit POI-Funktion und eingetragenen Messstellen illegal und werden mit ca. 265€ bestraft. Geschwindigkeitsdelikte kosten je nach Kanton ab ca. 260€ bis zu 40.000 Franken, das darf sich jeder selbst ausrechnen. Neben dem Auto kann auch eine teure Uhr oder Golfausrüstung beschlagnahmt werden, das nenne ich drakonisch… Hier wirklich aufpassen, nichts falsch zu machen! In der Schweiz kann das die Urlaubkasse schnell leeren.
Spanien
In Spanien gibt es für die Behörden einen weiten Ermessensspielraum: Es gibt nur 3 Bußgeldrahmen. Der erste für leichte Vergehen wie Parken im Verbot etc kostet bis zu 90€, schwere Verstöße (dazu zählen u.a. alle Geschwindigkeitsdelikte mindestens) kosten ab 91 bis 300€ und können auch ein Fahrverbot von bis zu 3 Monate mit sich ziehen. Die letzte Stufe sind die sehr schweren Verstöße die von 301 bis 1500€ kosten. Ein Schmankerl: Wer auf Autobahnen mehr als 200km/h, außerorts mehr als 180km/h oder innerorts mehr als 110km/h fährt, muss je nach Einkommen bis zu 72.000€ zahlen und ggf. ins Gefängnis. Wer in Spanien das Bußgeld vor Ort oder innerhalb von 1 Monat zahlt, bekommt übrigens 30% Rabatt.
Polen
Polen ist weitestgehend günstig was Bußgelder angeht, jedoch haben auch hier die Behörden einen weiten Ermessensspielraum. Touristen werden an Ort und Stelle zur Kasse gebeten, auch Radkrallen und Abschleppdienste werden oft genutzt. Die Promillegrenze liegt bei 0.2, Bußgelder fangen hier ab 145€ bei alkoholisiertem Fahrer an. Geschwindigkeitsübertretungen kosten bei 20km/h zuviel ab homöopathischen 10€, ein Handy am Ohr kostet ab 40€.
Puh, und das war erst ein Überblick. Natürlich muss man nicht für jeden Staat alle Strafen kennen, wenn man sich allerdings länger in einem Land aufhält sollte man sich vorher schlau machen. Der ADAC hat einige Infos zusammengetragen, ansonsten gibt es einige Infoseiten im Internet.
Immer hart am Limit,
Euer K
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Oktober 20th, 2009 at 13:51
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