Neuigkeiten aus New York

Vor jeder Automesse ist man gespannt. Zeigt BMW ein neues Modell? Oder eher die Italiener? Bei den deutschen Herstellern sind die Modellneuerungen meist schon eher lange vorher in Zeitschriften etc. zu sehen, was die Spannung ein wenig nimmt. Man hat das Gefühl, die Deutschen gehen bei der Modellplanung analytischer vor, statt sich vom Bauchgefühl leiten zu lassen. Aus Amerika kommen nicht so sehr viele Informationen, weswegen hier Spannung schon eher angesagt ist, wobei die meisten amerikanischen Autos ausschließlich in Liebhaberhand landen statt eine echte Chance in Europa zu bekommen. Manchmal aus gutem Grund. Dahingegen sind die japanischen und italienischen Hersteller immer für eine Überraschung gut, weil sie Neuentwicklungen manchmal bis kurz vor die Serienreife geheim halten oder sich schlicht und einfach kaum einer dafür interessiert hat.
Mit dieser Einstellung schaute ich mir Berichte und Bilder aus New York an und bin ein wenig enttäuscht. Krise hin oder her, neue Impulse braucht das Land.. Aber hier zunächst die wichtigsten Vorstellungen.

Mercedes Bluetec-Flotte

Der GL 320 Bluetec, der R320 Bluetec und der ML 320 Bluetec sollen 20-40% weniger als vergleichbare Modelle verbrauchen, 211 PS aus einem V6-Dieselmotor mit stolzen 540 Nm leisten und dank Harnstoffeinspritzung in den Abgastrakt zum „saubersten Diesel der Welt“ werden. Für den amerikanischen Markt noch die wichtige – und kuriose – Botschaft, dass die Performance einem V8, der Verbrauch aber einem Vierzylinder entspricht.

Jeep Grand Cherokee

Der Nachfolger des aktuellen Cherokee basiert auf dem deutschen ML und GL Fahrwerk und ist für Chrysler ein wichtiger Indikator – nämlich darüber, wie es mit der Marke weitergeht. Um von der amerikanischen Regierung weitere Unterstützungsgelder zu bekommen, müssen die Autobauer zeigen, dass es mit dem Absatz und der Entwicklung vorangeht, 2010 wird der neue Jeep Grand Cherokee – im Vergleich zum Vorgänger deutlich aufgewertet und verbessert – ausgeliefert.

Suzuki Kizashi

Beim neuen Suzuki musste ich schon zweimal hinschauen. Bis dahin ist mir die Marke mit mehr oder weniger robusten Allradlern, höchstens noch mit dem Swift aufgefallen, was sich ab 2010 sicher ändern wird. Der Kizashi, der in New York mit einem 300-PS-V6 gezeigt wurde, bricht alle Normen und soll laut Suzuki auch die weltweit neue Strategie von Suzuki einläuten: Wertigkeit und Besitzerstolz. Der Besitzer kann wahrlich stolz sein, nur muss er sich erstmal zwischen dem Kombi und der Limousine entscheiden. Falls das Auto wirklich konzeptnah gebaut wird, kann man viel aus Japan erwarten..

Nissan und Hyundai

Erwarten kann man auch einiges von Hyundai. Endlich wird das veraltete und leistungsschwache Coupé, dass in Deutschland eingestaubt noch viele Händlerräume füllt, gegen einen würdigeren Nachfolger ausgetauscht. Kompakter sieht er aus, der V6 leistet nun fast doppelt soviel wie der Vorgänger – nämlich 300PS aus 3.8 Litern. Nissan zeigte einen viertürigen GTR, der Cube als Elektroversion soll die platzenden Innenstädte erobern.

Toyota Prius

Toyota. Prius. Beides in einem Satz steht weltweit für das erste Hybridauto (auch wenn es schon vorher Versuche gab), für Umweltbewusstsein und Vernunft. Wegen dem großen Anteil der Vernunft wurde das Auto zumindest in Europa leider nicht oft verkauft – auch das Design ist dem Spritsparen bislang gewidmet gewesen. Das hat sich nun geändert – Der Prius kommt sportlicher, stärker und aggressiver gestylt auf die Showbühne. Technisch hat sich der Wirkungsgrad verbessert, ist der Prius in der Länge gewachsen und leistet mehr PS bei noch weniger Verbrauch. Chapeau!

Chevrolet

Chevrolet bangt um die Zukunft. Retten wird diese der Camaro sicher nicht, obgleich sein Einstandspreis in den USA gerade einmal 17.500€ beträgt. Große Fläche, muskulöse Linien, ein dicker Motor und einfaches Fahrwerk – eine Hommage an vergangene Zeiten. Und doch freue ich mich auf den Camaro, der 2010 nach Deutschland kommen soll. Der Volt hingegen hat das Zeug zum Welten- und GM-Retter. Er teilt sich die Elektrotechnik mit dem Opel Ampere und leistet ca. 145PS bei 370Nm ab Stand. Ein Range-extender, also ein normaler Ottomotor der einen Generator antreibt vergrößert die Reichweite auf über mehrer hundert Kilometer. 2010 ist es soweit, der Markt wird entscheiden, ob die Elektrotechnologie der richtige Schritt war. 

 
Im Fazit stehen die japanischen Autohersteller dieses Jahr ganz oben auf der Innovatorenliste, die europäischen und amerikanischen Hersteller haben sich ein wenig zurückgehalten. Wer mehr über die exponierten Modelle erfahren möchte, sollte sich die offizielle Homepage der Messe anschauen – hier sind alle Autos mit Galleriebildern (siehe „vehicle galleries“) virtuell ausgestellt. http://www.autoshowny.com/
Auf ein Neues, auf was Neues,
Euer K

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2 Responses to “Neuigkeiten aus New York”

  1. IAA 2009 – News und Messestars | Auto Tipps Says:

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  2. Für alle IAA Fernbleiber und Auto Freaks | Auto Tipps Says:

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