Rückrufaktionen 2009 und 2010 – Toyota und mehr

Rückrufaktionen. Sehr unbeliebt, das riecht nach Ärger. Nach Imageverlust, nach Gefahr und Kosten. Für den Hersteller zumindest. Der Autobesitzer hat hingegen das Gefühl als Versuchskaninchen benutzt worden zu sein, zumindest wenn es sich um ein neues Auto handelt. Ärgerlich werden Kunden dann, wenn die betroffenen Teile sicherheitsrelevant sind und Gefahr im Verzug vorliegt. Wenn nicht freuen sich manche Besitzer über ein Neuteil im Wagen und eine Durchsicht auf Kosten des Herstellers. Wie ich darauf komme? Nun, eigentlich kenne ich Rückrufaktionen eher aus dem Motorradbereich. Hier gibt es zu fast jedem Motorrad irgendwann mal eine Aktion die mehr oder weniger schlimme Probleme ausräumen soll. Über Zeitung, Funk und alle anderen Medien bin ich aber vor ein paar Tagen bombardiert worden über eine Toyota Rückrufaktion wegen klemmenden Gaspedalen. Zuerst dachte ich unverzüglich “wayne?”, dann besann ich mich aber und informierte mich über Rückrufe in letzter Zeit.

Bei dringenden, schweren und gefährlichen Fällen sind Hersteller in Deutschland dazu verpflichtet, über das Register des KBA (Kraftfahrt-Bundesamt) alle Halter der betroffenen Modelle anzuschreiben und in die Werkstatt zu beordern. In wirklich dringenden Fällen wird auch angerufen, das ist aber soweit ich das herausfinden konnte noch nie im großen Stil nötig gewesen.
Zurück zum Toyota-Fall. Zuerst dachte ich Schlimmes, als ich die Zahl las – bis zu 3,7 Millionen Autos sollen in den U.S.A. wegen klemmendem Gaspedal in die Werkstatt. Weltweit 8 Millionen Autos. Wieso? Gebrochene Feder am Gaspedal? Schraube blockiert Gaswegnehmen? Software legt die Bremsen lahm? Nein.

Der Megarückruf (der Toyota umgerechnet etwa 1.4 Mrd. € kostet) der in allen Schlagzeilen angekommen ist wird vielleicht nur deswegen aufgerufen, weil viele US-Autofahrer gerne eine zweite Fußmatte auf die Originale legen um diese wiederum zu schonen. Die zweite Fußmatte ist dann aber nicht richtig gesichert und kann sich mit dem Gaspedal verhaken was schon zu mehreren tödlichen Unfällen beitrug.

So ganz verstehe ich den Hype gegen Toyota dann doch nicht, wenn man mal bedenkt dass 2009 etwa 50.000 Suzuki Swift wegen Brandgefahr im Kofferraum und korrodierten Gurtlaschen in die Werkstätten mussten oder dass bei 266.000 Opel Astra und Zafira der Hilfsrahmen nochmal geprüft wurde. Das für 1.4 Milliarden € Gaspedale umgebaut werden und Toyota einen riesigen Imageverlust erleidet statt dass jeder Halter darauf hingewiesen wird nur eine Fußmatte in den Fußraum zu legen, empfinde ich in Zeiten wie diesen als unangemessene Verschwendung.

Aber Safety first, und immer hart am Gas!
Euer K

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