Aktive und passive Sicherheit im Auto

Ich habe mal ein paar Leute gefragt und heraus kam was ich mir schon dachte – Ich habe niemanden gefunden, der noch keinen Autounfall in seinem Leben miterlebt, verursacht oder erlitten hat. Auch meine Kumpel haben alle einschlägige Erlebnisse, ich kann auch einiges erzählen. Als mir dann letzte Woche mein erstes Auto, ein Nissan 200 SX in schwarz mit 60.000km zu einem fairen Preis angeboten wurde, musste ich schlucken. Soll ich, soll ich nicht? Technisch gesehen ist er top, aber schon 19 Jahre alt. Bleibt noch eine Sache – Der eigene Anspruch. Der seit dem Führerschein dann doch sehr gestiegen ist und nach den ersten Unfällen besonders bezüglich der Sicherheit. Denn dieser Nissan 200 SX hat kein ESP, keine Airbags, nicht mal für den Fahrer. Keine verstärkten Bleche, keine besonderen Sensoren oder auch nur etwas, das in diese Richtung geht. Damit in den Urlaub fahren? Vollbepackt mit Freundin? Freundin allein damit fahren lassen? Auch im Winter? Gestern sagte ich dem Verkäufer ab. Bin ich alt oder langweilig oder beides geworden? Vernunftorientiert? Beim Motorrad habe ich immerhin eine Knautschzone die vom Helmvisier bis zu meiner Nase reicht und bin auf öffentlichen Straßen so gefährdet wie ein Eber bei einer Treibjagd. Und es ist mir da egal. Naja, auf jeden Fall habe ich mich gleich mal in die andere Extreme begeben und mich über aktuelle Sicherheitssysteme schlau gemacht. Hier ein paar Resultate dazu, ich bin beeindruckt über den Fortschritt ;)

Spurwechsel-Assistent

Spurwechselassistenten mit Radarsensoren sind der Stand der Dinge. Es wird der seitliche und hintere Bereich des Fahrzeugs gescannt, ob sich andere Fahrzeuge im toten Winkel befinden. Auch die Geschwindigkeit eines schnell herannahenden Fahrzeuges wird erkannt und als Gefahrenquelle angezeigt. Meist gibt es ein Farbsignal im Außenspiegel, dass bei Blinkersetzen (trotz Warnung) dann von einem akustischen Signal unterstützt wird. Einfachere Systeme arbeiten ohne Radar, aber mit Kamerasystemen und ohne Warnalgorithmen. Das beste System liefert hier derzeit Mercedes mit der E-Klasse, es ist radarunterstützt und soll bei ersten Tests perfekt funktioniert haben. 

Nachtsicht

Nein, es geht nicht um Kampflieger oder amerikanische Spezialeinheiten, auch Edelkarossen besitzen optional Nachtsichtsysteme. Meistens als infrarotbeleuchtete Kameraeinheit, bei BMW sogar als Wärmebildkamera. So werden selbst bei kompletter Dunkelheit Personen oder Tiere sichtbar, die Systeme erkennen aufrecht stehende Menschen und warnen hier nochmals besonders. Bei BMW über ein Head-up-Display, dass den Fahrer nicht ablenkt. Ich durfte das System in einem BMW 650 Ci erfahren, es war wirklich krass wie viel man nachts  erkennen konnte!

Notbrems-System

Lange wurde debattiert über die Rechtmäßigkeit einer automatisch eingeleiteten Vollbremsung, scheinbar haben sich aber die Wogen geglättet, denn hier gibt es schon Systeme im Handel. Volvo ist hier maßstabssetzend mit Bremsverzögerungen bis zu 1,0g – In Tests kommt das System bei Geschwindigkeiten von 30 km/h immer vor stehenden Hindernissen zum Stehen. Auch in Fahrt wird der Abstand gewahrt, die genauen Eingriffsmechanismen (von Warnungen bis zur Vollbremsung) kann – wahrscheinlich auch aus rechtlichen Gründen – der Fahrer bei jedem Auto über ein Menü einstellen. Führend sind hier Volvo, BMW, Mercedes und Honda.

Spurhaltesystem

Spurhaltesysteme sind schon länger im Gespräch, auch oder besonders bei LKW. Hier gibt es verschiedene Systeme, meist rüttelt der Sitz beim Verlassen der eigenen Spur ohne Blinkersetzen. Bei Honda gibt es ein System, dass zuverlässig arbeitet und sogar aktiv gegenlenkt. Bei BMW und Mercedes funktioniert eine Rüttelfunktion des Lenkrades als Warnung, Volvo klingelt den Fahrer wach.

Tja, da heute jeder Kleinwagen schon mehr Airbags als Räder hat und Radarsysteme nicht mehr nur in Stealth-Bombern weilen, steht der alte Nissan zwar noch würdevoll, aber auch unbeholfen da. Soll ich, soll ich nicht? Einfach mal darauf pfeiffen und nicht immer an Sicherheit denken? Hm, das mache ich lieber auf zwei Rädern. Lieber warte ich auf Liquidität und hoffe auf große Erdölreserven, sodass ich mir den Nissan GT-R bald leisten kann ;) Steckt auch ein bisschen 200 SX drin, aber sicherer.

Euer K 
 

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3 Responses to “Aktive und passive Sicherheit im Auto”

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