Autofahren: Spritsparen im Alltag

Mein kleiner Bruder hat nun, 2 Monate nach dem Bestehen seiner Führerscheinprüfung, die Fahrweise meines Vaters erfolgreich adaptiert und das Vollgas-Vollbremsung-Vollgas-System zur Perfektion gebracht. Dass er mit einer – sagen wir mal – „normalen“ Fahrweise ca. halb so oft mit dem Auto zum netten Tankwart müsste, konnte ich ihm erst nach einem halben Wutanfall erklären, der einsetzte, nachdem der Gurtstraffer merkte, dass die Vollbremsung gerade eben doch nur zum normalen Ablauf gehört ;). Ach wo, ich bin kein Choleriker. Aber ein runder Autofahrstil bringt nicht nur dem Geldbeutel etwas, er bringt auch mehr Sicherheit für die Insassen und andere Verkehrsteilnehmer, außerdem belastet er die Technik des Autos nicht so sehr und so weiter. Grund genug, meinem Bruder a) einen Gutschein für ein ADAC-Training zu schenken und b) ihm die Grundregeln des Buddhismus und außerdem Spritsparen zu vermitteln. Ja, da gibt es einen Zusammenhang. =)
Für jeden, der sich dafür interessiert, bzw. keine Lust hat für einen Spritsparkurs umgerechnet ca. 130 Liter Benzin zu zahlen, habe ich die Informationen hier ein wenig geordneter und ruhiger zusammengetragen.

Reifen am Auto

Klar, Alufelgen am Auto sehen fett aus. 17“, 18“ oder größer gefallen nicht nur Rapstars und Jugendlichen, sondern auch einer breiten Masse von Autofahrern. Und: Alufelgen sind gut fürs Spritsparen! Vorausgesetzt, man schnallt keine 245er Pneus an einen Opel Kadett, wiegen Alufelgen ganz einfach weniger als normale Felgen, das sind geringere ungefederte Massen und trägt zur besseren Gewichtsbilanz des Autos bei. Immer auf die Mindestdrücke in den Reifen achten! Den Tipp, ein wenig mehr Druck in die Reifen zu geben, gebe ich nicht. Es hat schon seinen Grund, dass die Hersteller die Drücke vorgeben, man will dem Spritsparwahn ja wenigstens keinen Grip/Sicherheit opfern ;)

Der Automotor 

Hier wohl das größte Potential, um Sprit zu sparen: Die eigene Fahrweise und der Umgang mit dem Automotor. Auf Autobahnen sollte man sich abgewöhnen, mit dem drängelnden Sportauto hinter sich konkurrieren zu wollen, sondern stoisch mit 120-130km/h seine Strecke abzuckeln (siehe Buddhismus!^^). Ich weiß, das ist langweilig, tut auf Dauer in den Sehnen weh und dauert lange, aber effektiv ist man schneller, sicherer und günstiger von A nach B gekommen. Dieser Effekt verstärkt sich, je länger die Strecke wird (oh ja, siehe Nissan 200 SX ;-))! Tipp: Nächstes Auto mit Tempomat kaufen, falls noch nicht vorhanden!
In der Stadt sollte man darauf achten, früh hoch zu schalten und immer ca. 75-90% des Pedals durch zu treten, solange man noch beschleunigen möchte. Wenn die Zielgeschwindigkeit erreicht wurde, sollte man hingegen versuchen, so wenig Gas wie möglich zu geben.
Ausrollen oder Motorbremse nutzen? Hier gehen die Meinungen und Kompetenzen weit auseinander, ich bin und bleibe der Meinung, dass die Motorbremse zumindest in der Stadt die bessere Wahl ist ;) Wenn man hingegen schnell auf der Autobahn unterwegs ist, kann sich der Leerlauf bewähren, falls man den Bremsvorgang länger voraussehen kann. Wo wir beim Punkt wären: Die Bremse an sich sollte man versuchen, zu ersetzen. Nur wenn es nicht anders geht die Bremse nehmen, den Rest erledigt Motorbremse, Luft- und Rollwiderstand! Dass man ein Auto nicht mehr warmlaufen lassen braucht, es einem modernen Motor auch nicht schadet für kurze Zeit abgestellt zu werden und Kurzstrecken besser per pedales oder zu Fuß absolviert werden, weiß heutzutage jeder. Right?

Gewicht des Autos

Ja, manche nennen es Auto-Weight-Tuning. Damit assoziiere ich aber weniger das, was ich jetzt ansprechen möchte, sondern eher einen BMW M3 CLS oder einen Lamborghini Gallardo LP560-4. Wer auch bei Papas Passat (nur wegen der Alliteration) ein bisschen Tuning betreiben will, kann erstmal den Kofferraum ausräumen. Der restliche Innenraum sollte folgen. Denn: Jedes Kilo im Auto muss bewegt werden, jedes Kilo bedeutet mehr Krafteinsatz. Klar, man kann es nun auch übertreiben und vor jeder Fahrt 40 Minuten Joggen gehen, aber einen 50Kg Reissack braucht man ja nicht herum kutschieren, weil man bis dato „noch keine Zeit“ hatte, um ihn auszuladen ;).

Wind vorm Auto

„Der Wind, der um die Ecken pfeift..“ ist ziemlich wichtig für die Energiebilanz. Wieso? Weil ein Großteil der Energie besonders bei hohen Geschwindigkeiten dafür benötigt wird, um dem Rollwiderstand und dem Winddruck zu trotzen. Wichtige Werte hierfür sind der Cw-Wert, der sich aus der (Stirn-)Fläche des Autos, dem Anströmungsdruck und der Widerstandskraft ergibt, außerdem die Dichte der Luft und vor allem die Geschwindigkeit des Autos im Quadrat. Um wie viel sich der Luftwiderstand steigert, wenn man die Geschwindigkeit zum Beispiel von 100 auf 200 km/h verdoppelt, kann sich jeder selbst denken ;) Deshalb erste Maßnahme: Wieder einmal die 130km/h Richtgeschwindigkeit. Kein Witz, aber auch Bodykits (siehe diverse Tunerforen) können der Aerodynamik und damit dem Verbrauch des Autos gut tun. Ganz penible Leute würden jetzt erwähnen, dass man auch die Antenne abschrauben und die gesamte Karosse cleanen sollte, ich finde das aber übertrieben (siehe Joggen).
Viel wichtiger ist die Erkenntnis, dass man auf der Autobahn mit Hilfe des Windschattens ein wenig Rennfeeling erleben und Sprit sparen kann. Bitte das Feeling nicht ernst nehmen, sondern immer schön mindestens den halben Tachowert Abstand wahren! Ist sowieso besser für den Windschatten :)

Wartung für`s Auto

Nicht zu unterschätzen ist auch die Wartung des Autos. Ein vergammelter Luftfilter ist genauso schädlich (dem Auto an sich, und dem Verbrauch), wie veraltetes Öl, überreife Zündkerzen, zu wenig Luftdruck in den Reifen, ein defekter Turbolader und so weiter.
Merke: Wartung = wichtig! In jedem Fall, auch für Spar-Verweigerer ;)

Und immer daran denken: Ein stehender Lada – verbraucht auch nada.
Scherz.

Euer K

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