Es war, als sei Deutschland aus seinem Winterschlaf erwacht. Die Straßen wieder voller Menschen, die Blumen zeigen erste Knospen – verliebte Paare schlendern in der Fußgängerzone. Was 10°C und ein paar Sonnenstrahlen für einen Unterschied machen können! Auch die Schönwetter-Biker kamen aus ihrem Versteck und die ersten Cabriofahrer machten entweder nach dem langen Winter das Dach auf, oder holten ihr Schätzchen nach der wohlverdienten Erholungspause wieder aus der Garage. Welches Fortbewegungsmittel (abgesehen natürlich von einem schönen Motorrad) passt denn bitte besser zum Sommerbeginn (na gut, heute sieht es düster aus, wegen der Island-Wolke? Wer weiß…) als ein sportliches, kraftvolles Cabrio.
Neue Cabrios, neue Roadster – Traumwagen mit der neuesten Technik, Power satt und leider auch meist einem gepfefferten Preis. Aber warum eigentlich immer in der Superlative denken? Warum müssen es unbedingt 300 und mehr PS sein, wenn auch weniger ehrlichen Spaß verheißen? Ich meine, jeder weiß dass ein MX5 sehr viel Spaß macht. Aber wenn daneben ein BMW 335i Cabrio stünde… Wieso muss dann der BMW die Gunst gewinnen? Richtig, das liegt im Wesen des Mannes und der ewigen Jagd nach… Naja ihr wisst schon was ich meine. Und die Frauen? Ok, ich bin überfragt und vielleicht ist das auch übertrieben. Kurzum: Da ich mir in nächster Zeit keinen dieser Traumwagen leisten kann, begab ich mich auf die Suche nach günstigem, aber offenen Fahrspaß, und wurde fündig…
Jeden März beziehungsweise April dasselbe – alle Motorradfahrer wappnen sich für den Sommer und holen ihr Motorrad mit Saisonkennzeichen aus dem Schuppen um es vorsichtig wie rohe Eier zum Händler und damit den Auferweckungszyklus zu bugsieren. Alle Motorradfahrer? Nein. Es gibt nämlich noch die Winterfahrer, die Saisonkennzeichenhasser, die Schrauber, die – ja, vielleicht kann man es so sagen – echten Biker. Genug Pathos für den ersten Würgereiz? Achtung, es geht weiter: Denn es gibt auch „echte“ Cabriofahrer! Die fahren nämlich offen, sobald es keinen fühlbaren Niederschlag mehr gibt (natürlich nur um das Interieur zu schonen) – Das ganze Jahr über. Und wenn ich mir anschaue welche Boliden die nächste Zeit auf uns zurollen, hätte auch ich große Luft auf ein Vierrad oben ohne…
Ich muss schon sagen, es hat was. Vor der Ampel kurz nach oben schauen, Himmelcheck. Blick auf die Ampel und die Gewissheit, dass das vollautomatische Verdeck es ganz locker in der Rotphase schafft, sich im Heck zu verstecken. Und wenn nicht, auch nicht schlimm – bis zu einer gewissen Geschwindigkeit klappt das Cabrio-Verdeck trotzdem ein.
Man braucht weder anhalten, noch aussteigen oder sich auch nur umzudrehen – bei modernen Cabrios übernehmen starke Elektromotoren die Arbeit. Das sah auch schon anders aus – Früher hatte man meistens 2 mechanische Verschlüsse am Oberzug der Windschutzscheibe und eine mehr oder weniger knochige Scharnierkonstruktion. Das bedeutete erst die Verriegelung lösen, das Dach hoch stoßen, aussteigen und im Heck befestigen. Doch nicht immer ist alles Alte schlechter und alle Neuerungen ohne Probleme. (weiterlesen…)
Gestern kamen erst einzelne Flocken, dann immer mehr und schließlich war die Welt weiß, als ich um 04:00h morgens loszog, um meine Freundin und ihren Bruder von ihrer Kneipentour abzuholen. Dummerweise musste ich dabei neben meiner Müdigkeit mit dem Auto eine Höhendifferenz von ca. 300m überwinden, was bei geschlossener Schneedecke und entsprechender Steigung gar nicht so einfach war (zumindest nicht ohne Unfall) ;) Spätestens jetzt habe ich gemerkt, dass inzwischen Mitte Januar und damit eigentlich komplett Winter ist.
Nein, ich werde hier nicht über die Wetterkapriolen der letzten Jahre berichten, auch kein Wort mehr über Winterreifen und gebrauchte Autos verlieren (keine Angst!), sondern über Cabrios im Winter schreiben. Waaas, du fährst kein Cabrio? Dann komm nächste Woche wieder! Spaß, jeder ist herzlich eingeladen, etwas über die Autos ohne Verdeck und ihr spezielles Problem in der kälteren Jahreszeit zu erfahren. (weiterlesen…)