Winterreifen für dein Auto

Der Winter kommt jedes Jahr, das ist klar. Wann er beginnt, und wie kalt er wird, hingegen nicht. So neigen manche Leute – wie auch ich es tat – dazu, die Sommerreifen am Auto montiert zu lassen, bis der erste Schnee fällt. Wenn gar kein Schnee fällt, umso besser! Dann braucht man ja auch keine neuen Winterreifen kaufen.
Nachdem ich dann das Auto meiner Eltern, einen relativ neuen BMW 320d Kombi mitsamt meinem kleinen Bruder und mir nach einer vereisten Kurve 50m weit in ein schneeweißes Feld geschleudert hatte, zuvor noch einem Baum (auf den wir frontal zurutschten) ausweichen konnte und ihn leicht touchierte (sorry noch mal), dachte ich anders.

Klar, auch mein jugendlicher Wahnsinn (bei geschlossener Schneedecke überhaupt zu fahren) brachte uns in diese gefährliche Situation, aber hauptsächlich waren es die Sommerreifen am Auto und meine damals kurze Fahrpraxis, die uns ins Schleudern brachten. Deswegen besuchte ich kurz darauf ein Kompletttraining beim ADAC, und kaufte natürlich Winterreifen für das lädierte Auto. Da ich gerade für das jetzige Auto meiner Mutter (einen Mini Cooper S) neue Reifen kaufen soll, möchte ich als Tribut an meine damalige Unkenntnis und für alle, denen es ähnlich geht, für das Thema Winterreifen am Auto sensibilisieren und einen kleinen Überblick geben.

Was gibt es allgemein zu beachten, wenn ich Winterreifen für mein Auto suche?

Erstmal gilt es, die eventuell schon in der Garage stehenden Winterreifen zu checken. An den Reifenflanken ist unter anderem eine 4-stellige Nummer eingelassen, das ist die DOT-Nummer, die euch das Herstellungsdatum anzeigt. Die ersten 2 Zahlen stehen für die Kalenderwochen, die zwei letzten Zahlen zeigen das Herstellungsjahr. (1008) steht für die zehnte Kalenderwoche im Jahr 2008. Wenn eure Reifen älter als 10 Jahre sind, solltet ihr sie ungeachtet der Profiltiefe austauschen. Eine weitere wichtige Eigenschaft ist natürlich die Profiltiefe der Autoreifen. Zwar schreibt der Gesetzgeber eine Mindestprofiltiefe von 1,6mm bei Autoreifen vor, bei Winterreifen reicht diese Anforderung aber nicht . Unter 4mm Profiltiefe nimmt die Traktion von Winterreifen rapide ab, das ist in vielen Tests von ADAC und anderen bestätigt. Einfacher Trick zum Testen von Winterreifen für dein Auto: Man nehme eine 1-Euro-Münze, stecke sie in das Profil. Wenn der goldene Rand (exakt 0,4mm) zu sehen ist, sollte man die Reifen austauschen. Bei Rissen, porösen Stellen oder einseitig abgefahrenen Profilen (Spur checken lassen!) ist klar, was zu tun ist..

Auf der Suche? Fahrzeugschein deines Autos nehmen, los geht’s!

Der Fahrzeugschein ist relativ hilfreich, wenn man Komplettsätze (also Felgen mit Winterreifen) für das Auto sucht. Es hilft zum Beispiel einem Mitarbeiter bei A.T.U. oder anderen Ausstattern, via Schlüsselnummer des Autos passende Teile zu finden. Falls man schon Felgen besitzt, auf die die Winterreifen montiert werden sollen, sollte man sich die Maße der aktuellen Reifen aufschreiben. Nun gibt es zwei Möglichkeiten: Entweder man fährt zu einem besagten Autoausstatter, der meistens auch die Montage zu günstigen Preisen übernimmt. Oder man kauft Winterreifen im Internet und findet eine Werkstatt, die bereit ist, auch sortimentfremde Teile am Auto zu montieren (wobei sich viele Werkstätten quer stellen).
Wichtig ist es, sich vor dem „Beratungsgespräch“ (denn nicht immer sind die Berater kompetent) ein wenig zu informieren. Da helfen vor allem die Webseiten von Auto Motor und Sport,  dem größten deutschen Automagazin und die des ADAC
(http://www.adac.de/tests/reifentests/winterreifen/default.asp).

Dort finden sich zahlreiche Tests zu Winterreifen in gängigen Dimensionen. Im Jahr 2008 sollte man sich vor allem folgende Namen merken, egal welches Auto man fährt:

- Dunlop SP Winter Sport 3D
- Continental Winter Contact TS 810 (oder 830)
- Pirelli Winter 210 Sottozero 2
- Goodyear Ultragrip 7+

Das sind die Siegerreifen der meisten Winterreifentests, die ich bis dato gelesen habe. Mit dem Continental konnte ich selbst schon beste Eigenschaften mit meinem letzten Auto im Schnee erfahren. Egal welchen Reifen man nimmt, bitte keine unpopulären Vorjahresmodelle oder No-Name-Produkte andrehen lassen! Lieber 15€ mehr pro Reifen ausgeben, als zum Beispiel auf dem Weg in den Winterurlaub einen Unfall zu verursachen und sich selbst und andere zu gefährden. Nachtrag zum Thema Ganzjahresreifen am Auto: Wer mit Ganzjahresreifen ohne Schneeflockensymbol einen Unfall und damit Stau oder ähnliches verursacht, bekommt a) ein Problem mit der Autoversicherung und b) eine Strafe aufgebrummt, egal wie gut Ganzjahresreifen schon funktionieren mögen!

Bei und nach der Montage am Auto 

Direkt nach der Montage durch einen Fachbetrieb am Auto überprüfen, ob sie das Wuchten vergessen haben, der richtige Luftdruck eingestellt ist und ob wirklich die richtigen Reifen montiert wurden. Damit meine ich weniger das Modell an sich, als die Jahreskennzahl (oben beschrieben). Hier werden alte Lagerbestände oft an unwissende Kunden als brandneue Ware verkauft. Nun gilt es erstmal, die Winterreifen einzufahren.

Bitte die nun möglicherweise eingeschränkte Höchstgeschwindigkeit (siehe Geschwindigkeitsindex!) des Autos beachten!
Winterreifen haben eine weichere Gummimischung und verschleißen mitunter deswegen schneller als Sommerreifen. Auch wird man ein anderes Handling feststellen können. Deswegen: Mit dem Auto und den neuen Reifen vertraut machen!

Fazit über Winterreifen am Auto
     
Als Faustregel sagt man, Winterreifen sollte man von O bis O am Auto montiert lassen, also von Oktober bis Ostern. Ich halte das für ein wenig übertrieben, und würde je einen Monat kürzen. Das muss aber jeder selbst wissen, vor allem anhand der Information, wo man sein Auto bewegt. Ich werde mich die Tage auf die Suche machen, und hoffe, ich konnte einige Tipps weitergeben. Und denkt dran (siehe erster Absatz): Am Auto gespart – an der Sicherheit gespart!

 

Euer K

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